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Aschenputtel

Aschenputtel

Aschenputtel ist ein freundliches Mädchen, das mit Hilfe ihrer guten Fee auf einen königlichen Ball geht. Sie lässt einen gläsernen Pantoffel zurück, und der Prinz sucht im ganzen Königreich nach ihr, damit sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben können.

Alter
4-11

Worter
2406

Autor
Gebrüder Grimm

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Kapitel

1. Ein freundliches Mädchen 👧

Es war einmal ein liebes Mädchen

namens Aschenputtel. Sie hatte goldenes Haar

und das gütigste Herz im ganzen Land.

Sie lebte mit ihrem lieben Vater in einem großen Haus.

Ihre Mutter war in den Himmel gegangen,

als Aschenputtel noch ein Baby war.

Eines Tages heiratete ihr Vater eine neue Frau.

Diese Frau hatte zwei eigene Töchter.

Sie zogen alle zusammen in das große Haus.

Zuerst war Aschenputtel glücklich,

eine neue Mutter und zwei Schwestern zu haben.

Sie hoffte, sie würden eine liebevolle Familie sein.

Doch bald geschah etwas sehr Trauriges.

Aschenputtels Vater wurde krank und starb.

Nun war das arme Aschenputtel ganz allein

mit ihrer Stiefmutter und den Stiefschwestern.

Ohne ihren Vater, der sie beschützte,

änderte sich alles in ihrem Leben.

2. Ein Leben voller Arbeit 🧹

Ihre Stiefmutter zeigte ihr wahres Gesicht.

Sie war überhaupt nicht nett zu Aschenputtel.

Die beiden Stiefschwestern waren genauso gemein.

Sie behandelten Aschenputtel wie eine Dienerin,

nicht wie eine Schwester oder Tochter.

Das große Haus fühlte sich kalt und einsam an.

Jeden Morgen wachte Aschenputtel früh auf.

Sie musste alle Böden putzen.

Sie musste Berge von schmutzigem Geschirr waschen.

Sie kochte Frühstück, Mittag- und Abendessen.

Sie schrubbte Kleidung, bis ihre Hände schmerzten.

Die Arbeit schien nie zu enden.

Ihre Stiefschwestern trugen wunderschöne Seidenkleider.

Sie hatten glänzende Schuhe und hübsche Bänder.

Aber Aschenputtel trug alte, geflickte Kleider.

Sie war immer mit Staub und Asche bedeckt,

weil sie den Kamin putzte.

Deshalb nannten sie sie "Aschenputtel".

Trotz all der gemeinen Dinge, die sie taten,

verlor Aschenputtel nie ihr sanftes Herz.

Sie sang süße Lieder, während sie arbeitete.

Sie war freundlich zu den Mäusen in der Küche.

Sie lächelte den Vögeln vor ihrem Fenster zu.

Die Liebe lebte weiter in ihrem Herzen.

3. Die königliche Einladung 💌

Eines sonnigen Morgens erklang draußen eine Trompete.

Ein königlicher Bote klopfte an ihre Tür.

Er trug die Farben des Königs und hielt

eine goldene Schriftrolle, die mit einem Seidenband gebunden war.

"Ich bringe Neuigkeiten aus dem Palast!",

verkündete er mit lauter, wichtiger Stimme.

"Der Prinz veranstaltet einen großen Ball!",

las der Bote von seiner Schriftrolle vor.

"Jede junge Dame im Königreich ist eingeladen.

Der Prinz möchte eine Braut wählen.

Der Ball findet in drei Tagen statt.

Tragt eure schönsten Kleider!"

Die Stiefschwestern quietschten vor Aufregung.

Sie tanzten durch das Zimmer und stellten sich vor,

wie sie mit dem gutaussehenden Prinzen tanzten.

"Wir müssen die schönsten Kleider haben!",

riefen sie. "Der Prinz wird sicher

eine von uns zu seiner Braut wählen!"

Aschenputtels Herz flatterte vor Hoffnung.

Sie war noch nie auf einem Ball gewesen.

Wie wunderbar wäre es, ein hübsches Kleid

zu tragen und zu schöner Musik zu tanzen!

Sie konnte fast den Palastballsaal sehen,

der von tausend Kerzen funkelte.

4. Träume und Tränen 😢

Drei Tage lang herrschte Chaos im Haus.

Die Stiefschwestern kauften teure Kleider

aus Satin und mit Spitze bedeckt.

Sie kauften neue Schuhe mit silbernen Schnallen.

Sie bestellten spezielle Cremes für ihre Gesichter

und Parfüms, die mehr kosteten als Gold.

Aschenputtel half ihnen, alles vorzubereiten.

Sie drehte ihre Haare zu schicken Frisuren.

Sie bügelte ihre Kleider, bis sie perfekt waren.

Sie polierte ihre Schuhe, bis sie glänzten.

Währenddessen träumte sie davon, auch zu gehen.

Vielleicht, nur vielleicht, würden sie es ihr erlauben.

Schließlich nahm Aschenputtel all ihren Mut zusammen.

"Stiefmutter, darf ich auch zum Ball gehen?",

fragte sie mit ihrer süßesten Stimme.

Ihre Stiefschwestern brachen in Gelächter aus.

"Du? Auf dem königlichen Ball?", spotteten sie.

"Schau dir deine Lumpen an!"

"Du gehörst in die Küche, nicht in den Palast",

sagte ihre Stiefmutter kalt.

"Jemand muss zu Hause bleiben und putzen.

Dieser Jemand bist du, Aschenputtel.

Jetzt hilf deinen Schwestern, sich fertig zu machen.

Die Kutsche wird bald hier sein."

5. Magie im Garten

Die Kutsche rollte in die Nacht davon

und ließ Aschenputtel ganz allein zurück.

Sie rannte in den Garten und setzte sich auf eine Bank,

Tränen strömten über ihr Gesicht.

"Ich wünschte, ich könnte zum Ball gehen",

flüsterte sie zu den Sternen oben.

Plötzlich begann die Luft zu funkeln!

Ein warmes, goldenes Licht erfüllte den Garten.

Eine freundliche Frau erschien vor ihr,

die einen sternenbesetzten Zauberstab hielt.

Sie hatte silbernes Haar und funkelnde Augen,

und sie lächelte wie der Sonnenschein.

"Weine nicht, mein liebes Kind", sagte die Frau.

"Ich bin deine gute Fee.

Ich habe all die Jahre über dich gewacht.

Heute Nacht wird deine Freundlichkeit belohnt.

Du sollst zum Ball gehen!"

Sie hob ihren Zauberstab hoch.

"Aber ich habe nichts anzuziehen",

sagte Aschenputtel traurig und blickte

auf ihr geflicktes und verblasstes Kleid hinunter.

Die gute Fee lachte nur,

ein Geräusch wie klingelnde Glöckchen.

"Überlass das mir, meine Liebe!"

6. Eine magische Verwandlung 🎃

Die gute Fee schwang ihren Zauberstab.

Silberne Funken wirbelten um Aschenputtel.

Ihr altes Kleid verwandelte sich in eine Robe

aus weichster blauer Seide, wie der Himmel.

Es schimmerte mit winzigen silbernen Sternen,

die im Mondlicht zu tanzen schienen.

"Nun zu deinen Füßen", sagte die gute Fee.

Mit einem weiteren Schwingen ihres Zauberstabs

wurden Aschenputtels abgenutzte Schuhe

zu zarten Pantoffeln aus reinem Glas.

Sie passten perfekt und funkelten

wie Diamanten im Gartenlicht.

"Aber wie komme ich zum Palast?",

fragte Aschenputtel und traute kaum ihren Augen.

Die gute Fee zeigte auf einen Kürbis.

"Bibbidi-Bobbidi-Boo!", sang sie.

Der Kürbis wuchs und wuchs, bis

er eine goldene Kutsche wurde!

Sie verwandelte sechs Mäuse in weiße Pferde.

Eine Ratte wurde ein lustiger Kutscher.

Sechs Eidechsen verwandelten sich in Diener

in silbernen Uniformen.

Alles funkelte vor Zauberstaub.

Aschenputtel hatte noch nie etwas so Wunderbares gesehen!

7. Die Warnung um Mitternacht

"Nun, meine Liebe, bist du bereit für den Ball!",

sagte die gute Fee stolz.

Aber dann wurde ihr Gesicht ernst.

"Hör mir gut zu.

Dieser Zauber hält nur bis Mitternacht.

Du musst gehen, bevor die Uhr zwölf schlägt!"

"Wenn die Uhr anfängt, zwölf zu schlagen,

wird sich alles zurückverwandeln.

Dein Kleid wird wieder zu Lumpen.

Deine Kutsche wird wieder zu einem Kürbis.

Versprich mir, dass du vor Mitternacht gehst!"

Die gute Fee sah besorgt aus.

"Ich verspreche es", sagte Aschenputtel,

ihre Augen leuchteten vor Glück.

"Danke, gute Fee!

Das ist das wunderbarste Geschenk,

das mir je jemand gemacht hat."

Sie umarmte ihre gute Fee fest.

Aschenputtel stieg in die goldene Kutsche.

Die weißen Pferde tänzelten und wieherten,

begierig darauf, sie zum Palast zu bringen.

Als sie davonrollten, rief die gute Fee

noch einmal:

"Denk daran! Vor Mitternacht!"

8. Auf dem königlichen Ball 💃

Der Palast war schöner,

als Aschenputtel es sich je vorgestellt hatte.

Kristallkronleuchter hingen von der Decke

und warfen Regenbögen an die Wände.

Musiker spielten die süßesten Melodien.

Damen und Herren tanzten anmutig.

Als Aschenputtel den Ballsaal betrat,

hielten alle inne.

Wer war diese geheimnisvolle Schönheit?

Sie schien eher zu schweben als zu gehen.

Ihr Kleid funkelte wie Sternenlicht.

Sogar ihre Stiefschwestern erkannten sie nicht!

Der Prinz hatte sich den ganzen Abend gelangweilt

und mit einem Mädchen nach dem anderen getanzt.

Aber als er Aschenputtel sah,

setzte sein Herz einen Schlag aus.

Er ging direkt durch den Ballsaal

und verbeugte sich tief vor ihr.

"Darf ich um diesen Tanz bitten, schöne Dame?",

fragte der Prinz und bot ihr seine Hand an.

Aschenputtel knickste und legte

ihre kleine Hand in seine.

Sie begannen zu tanzen, und es fühlte sich an,

als würden sie auf Wolken schweben.

9. Eine unvergessliche Nacht 🌙

Der Prinz tanzte jeden Tanz mit Aschenputtel.

Sie walzten und drehten sich über das Parkett.

Andere Mädchen versuchten, seine Aufmerksamkeit zu erregen,

aber er hatte nur Augen für Aschenputtel.

Sie redeten und lachten zusammen,

als ob sie sich schon ewig kennen würden.

"Wie ist dein Name?", fragte der Prinz.

Aber bevor Aschenputtel antworten konnte,

fuhr er fort: "Es spielt keine Rolle.

Ich habe das Gefühl, ich habe

mein ganzes Leben darauf gewartet, dich zu treffen.

Bitte sag, dass du genauso fühlst."

Aschenputtels Herz war so voller Freude,

dass sie kaum sprechen konnte.

Noch nie in ihrem Leben war sie so glücklich gewesen.

Der Prinz war freundlich und lustig und sanft.

Sie vergaß all ihren Kummer zu Hause.

Sie vergaß sogar die Zeit!

Plötzlich begann die Palastuhr zu schlagen.

BONG! BONG! BONG!

Aschenputtel keuchte vor Schreck.

Es war Mitternacht! Der Zauber würde enden!

"Es tut mir leid, ich muss gehen!", rief sie.

Sie riss sich aus den Armen des Prinzen los.

10. Der gläserne Pantoffel 👠

"Warte! Bitte geh nicht!", rief der Prinz.

Aber Aschenputtel rannte bereits.

Sie raste durch den Ballsaal,

ihre gläsernen Pantoffeln klickten auf dem Marmorboden.

Die Damen keuchten, als sie vorbeieilte.

Der Prinz rannte ihr nach.

Die große Treppe hinunter floh sie.

In ihrer Eile rutschte ein gläserner Pantoffel

von ihrem Fuß.

Er purzelte klirrend die Treppe hinunter.

Aber Aschenputtel konnte nicht anhalten, um ihn zu holen.

Die Uhr schlug immer noch!

Sie sprang in ihre goldene Kutsche.

"Beeil dich!", sagte sie dem Kutscher.

Die Pferde galoppierten in die Nacht davon.

Hinter sich hörte sie den Prinzen rufen,

aber die Uhr schlug ihren letzten Schlag.

BONG! Mitternacht war gekommen!

Im Nu verwandelte sich alles zurück.

Die Kutsche wurde wieder zu einem Kürbis.

Die Pferde verwandelten sich zurück in Mäuse.

Aschenputtel fand sich am Straßenrand wieder,

in ihrem alten, zerlumpten Kleid.

Nur ein gläserner Pantoffel blieb.

11. Die Suche beginnt 🔍

Am nächsten Morgen summte das Königreich

vor Klatsch über das geheimnisvolle Mädchen.

Der Prinz hatte die ganze Nacht nicht geschlafen.

Er hielt den gläsernen Pantoffel fest,

seinen einzigen Hinweis, um sie zu finden.

"Ich muss sie finden", erklärte er.

"Ich werde das Mädchen heiraten, dessen Fuß

perfekt in diesen Pantoffel passt",

verkündete der Prinz seinem Vater.

Der König sah, wie sehr sich sein Sohn

verliebt hatte. Er befahl,

sofort eine königreichweite Suche zu beginnen.

Der Prinz und seine Diener besuchten

jedes Haus im Königreich.

Adlige Damen und Kaufmannstöchter,

Bäckerstöchter und Bauerntöchter –

alle probierten den gläsernen Pantoffel an.

Aber er passte niemandem.

Manche Füße waren zu groß, manche zu klein.

Manche waren zu breit, manche zu schmal.

Der Prinz begann die Hoffnung zu verlieren.

War das schöne Mädchen ein Traum gewesen?

Aber er weigerte sich aufzugeben.

Er würde jedes letzte Haus durchsuchen.

12. Er passt perfekt 💖

Schließlich kamen sie zu Aschenputtels Haus.

Die Stiefschwestern hatten sehnsüchtig gewartet.

Sie waren sicher, dass der Prinz

sich in eine von ihnen verlieben würde.

"Er ist hier! Er ist hier!", kreischten sie

und schubsten sich gegenseitig zur Seite.

Die erste Stiefschwester schnappte sich den Pantoffel.

Sie drückte und schob und quetschte,

aber ihr Fuß war viel zu groß.

"Er muss geschrumpft sein!", jammerte sie.

Die zweite Schwester riss ihn weg.

Sie versuchte jeden Trick, scheiterte aber auch.

"Gibt es hier noch andere junge Damen?",

fragte der Diener des Prinzen müde.

"Nur Aschenputtel", schniefte die Stiefmutter.

"Aber sie ist nur eine Dienstmagd.

Sie war nicht einmal auf dem Ball."

Die Stiefschwestern lachten grausam.

"Die Befehle des Prinzen sind klar",

sagte der Diener bestimmt.

"Jede junge Dame muss es versuchen."

Aschenputtel betrat leise den Raum.

Ihre Stieffamilie keuchte vor Schock.

Wie wagte sie es, vor dem Prinzen zu erscheinen!

13. Träume werden wahr 🏰

Aschenputtel setzte sich sanft hin und streckte ihren Fuß aus.

Der Diener streifte ihr den gläsernen Pantoffel über.

Er passte perfekt! Als wäre er für sie gemacht!

Was er natürlich auch war.

Alle im Raum verstummten

und starrten in völligem Erstaunen.

Dann griff Aschenputtel in ihre Tasche.

Sie zog den passenden gläsernen Pantoffel heraus

und zog ihn an ihren anderen Fuß.

Das Gesicht der Stiefmutter wurde kreidebleich.

Den Stiefschwestern klappten die Münder auf.

Konnte es wirklich wahr sein?

Der Prinz blickte Aschenputtel in die Augen.

Selbst in ihrer einfachen Kleidung

erkannte er das Mädchen, mit dem er getanzt hatte.

"Du bist es!", rief er voller Freude.

"Ich wusste, dass ich dich finden würde!"

Er nahm ihre Hände in seine.

"Willst du mich heiraten?", fragte der Prinz.

"Ich liebe dich seit unserem ersten Tanz."

Aschenputtels Augen füllten sich mit Freudentränen.

"Ja!", sagte sie und strahlte heller

als die Sonne. "Nichts würde mich

glücklicher machen, als deine Frau zu sein."

14. Glücklich bis ans Ende aller Tage 👑

Die Stiefmutter und die Stiefschwestern zitterten

und fürchteten Aschenputtels Rache.

Nach all den grausamen Dingen, die sie getan hatten,

würde sie sie sicher bestrafen.

Aber Aschenputtels gütiges Herz

hatte sich mit ihrem Glück nicht verändert.

"Ich vergebe euch allen", sagte Aschenputtel sanft.

"Ihr seid immer noch meine Familie.

Ich hoffe, wir können neu anfangen

und von nun an wahre Schwestern sein."

Ihre Freundlichkeit schmolz ihre kalten Herzen,

und sie weinten vor Scham und Dankbarkeit.

Die königliche Hochzeit war prächtig.

Das ganze Königreich kam zum Feiern.

Aschenputtel trug ein Kleid aus reiner weißer Seide

mit einer Schleppe, die wie Schnee funkelte.

Der Prinz konnte nicht aufhören zu lächeln,

als er seine einzige wahre Liebe heiratete.

Als Prinzessin wurde Aschenputtel von allen geliebt.

Sie half den Armen und besuchte die Kranken.

Sie und der Prinz hatten viele Kinder,

die freundlich und gut aufwuchsen.

Und ja, sie lebten wirklich

glücklich bis ans Ende ihrer Tage.